Projekt NICC

Paul Wennekes

Networking Intentional Christian Communities

Projekt NICC

Paul Wennekes

Networking Intentional Christian Communities
[origineel]

Ziel des Projekts ist die Förderung und Unterstützung vitaler kirchlicher Gemeinschaften durch den Aufbau eines verstärkten Netzwerks zukunftsorientierter, lebensfähiger, intentional Christian communities in der römisch-katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland, den Niederlanden und Flandern. Der Begriff “Intentional Christian Community” (ICC) steht für alle Formen des organisierten religiösen Gemeinschaftslebens und schließt die traditionellen Formen von Gemeinschaften des geweihten Lebens (d.h. Orden und Kongregationen) ein, ist aber nicht darauf beschränkt. Das Projekt wird zwischen Juli 2020 und Juli 2023 durchgeführt.

Zum Hintergrund

In Anbetracht der wahrscheinlichen Entwicklung der großen Kirchen in den kommenden 25 bis 30 Jahren wird erwartet, dass die Zahl der römisch-katholischen und protestantischen Pfarreien und lokalen Glaubensgemeinschaften drastisch zurückgehen wird. Es wird auch erwartet, dass die Zahl der aktiven Orden und Gemeinden und deren Mitgliedschaft in den drei Projektländern in gleichem Maße abnehmen wird, was die Frage nach der künftigen Gestaltung eines Großteils des organisierten religiösen Lebens radikal stellt. Gleichzeitig ist ein gesteigertes Interesse an (neuen Formen des) Ordensgemeinschaftslebens festzustellen, und es hat sich eine Reihe neuer Initiativen im Bereich der intentional Christian communities entwickelt, die auf verschiedene Weise an die etablierten Gemeinschaften des geweihten Lebens appellieren. Auffallend ist, dass es offenbar wenig Austausch oder Zusammenarbeit zwischen den ICCs gibt.

Fortsetzung

Dieses Projekt basiert auf den Ergebnissen des Projekts “Future faith communities – assessing the potential of monastic pastoral care” der Jahre 2018-2019. Kernstück dieses Projekts war eine Kartierung (mapping), die in Interviews mit rund 120 intentional Christian communities in Flandern, Deutschland und den Niederlanden zu einem Kaleidoskop von Eindrücken und Informationen führte. Die wichtigsten Anliegen in diesen Interviews waren der Wunsch nach einem viel stärkeren Austausch von Informationen und bewährten Praktiken sowie der Wunsch nach einer verstärkten Vernetzung. Daneben wurden Wünsche nach spezifischem Coaching und Training vor allem in den Bereichen Kommunikation, langfristige Verfahrensweisen und Umgang mit dem spirituellen Erbe geäußert. Diese Elemente bilden den Kern des vorliegenden Projekts.

Die Situation der meisten intentional Christian communities in der Region ist so, dass die Notwendigkeit drastischer und konkreter Schritte in der (weiteren) Vorbereitung auf das Leben und Arbeiten in einer radikal anderen Situation sowohl der Gesellschaft als auch der Kirche deutlich spürbar ist. Die vorgeschlagene intensivierte und verbesserte Zusammenarbeit und der Austausch sind ein notwendiger Schritt in diesem Prozess. Um ihren Auftrag erfüllen zu können, müssen sich die Sichtbarkeit der ICCs und ihre Kommunikationspolitik drastisch verbessern. Die Notwendigkeit einer weiteren Qualifizierung in den Bereichen der langfristigen ‚policy-planning‘, der ökumenischen Zusammenarbeit, der Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Laienmitgliedern wurde klar zum Ausdruck gebracht. Das Konzept der “spirituellen Familie” wird in das Projekt eingeführt, um über die einzelnen Institutionen hinaus eine breitere Perspektive für die Zukunftsplanung zu bieten.

Zielgruppe des Projekts

Die erste Zielgruppe besteht aus den römisch-katholischen Gemeinschaften des geweihten Lebens (Orden und Kongregationen) in den Niederlanden, Flandern und Deutschland, wo diese sich auf eine Zukunft vorbereiten, in der sowohl die Zahl der Organisationen als auch die Mitgliederzahlen drastisch zurückgegangen sein werden.

Die zweite Zielgruppe besteht aus den anderen intentional Christian Gemeinschaften sowohl der römisch-katholischen als auch der protestantischen Kirche in den drei Ländern des Projekts, viele davon relativ neuen Gründungen. Alle diese Religionsgemeinschaften werden vor der Herausforderung stehen, in stark säkularisierten Gesellschaften zu arbeiten, was eine grundlegende (Neu-)Betrachtung ihres Charismas, ihres Auftrags und ihres Selbstpositionierungskonzepts im sozialen Raum erfordert, was wiederum Organisationskonzepte, Arbeitsmethoden, Ausbildungsprogramme für neue Mitglieder, Finanzierungskonzepte usw. bestimmen wird.

Eine eher indirekte Zielgruppe sind gläubige oder religiös suchende Menschen, die auf das Angebot geistlich-seelsorgerischer Betreuung, wie sie von der großen Vielfalt der intentional Christian Gemeinschaften praktiziert wird, positiv reagieren dürften.

Engagierte Organisationen

Auf der Grundlage der Ergebnisse des Projekts Monastic Pastoral Care (2018-2019) wird davon ausgegangen, dass das gesetzte Ziel am besten durch vier große Interventionen erreicht werden kann, die durch das ‘Kerkelijke Instelling Redemptoristen in Nederland’ (KIRIN) im Austausch mit einer Reihe von acht religiösen oder akademischen Organisationen in den drei Projektländern ermöglicht werden. Diese Organisationen sind:

  • Zentrum Ignatianische Pädagogik (ZIP), Ludwigshafen
  • IUNCTUS, Kompetenzzentrum für christliche Spiritualität der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster
  • Universität Erlangen/Nürnberg, Lehrstuhl für neuere Kirchengeschichte II
  • Clemenspoort, Gent
  • Stiftung YOT, Brugge
  • Protestantse Kerk Nederland (PKN), Abteilung ‘monastiek kerkzijn’, Utrecht
  • Erfgoedcentrum Nederlands Kloosterleven, Sint Agatha
  • KASKI (Katholiek Sociaal Kerkelijk Instituut), Radboud Universität, Nijmegen

Das Kommunikationsprogramm wird in Zusammenarbeit mit Herrn Herbert van Hoogdalem von der Organisation “Professional Outsiders” entwickelt und umgesetzt.

Das NICC-Projekt wird von einer Beratergruppe begleitet, bestehend aus:

  • Pierre Humblet, Mitarbeiter Konferentie  Nederlandse Religieuzen/ Mitarbeiter Titus Brandsma Institut Nijmegen
  • Rosaliene Israël, Scriba der protestantischen Kirche Amsterdam
  • Schwester Mieke Kerckhof, Generaloberin der Schwestern der Barmherzigkeit Jesu, Brügge
  • Peter Unterberg, Düsseldorf

Aktivitäten

Die folgenden vier (Gruppen von) Projektaktivitäten sind geplant:

1. Aufbau und Stärkung von effizienten Netzwerken von intentional Christian communities; Unterstützung der Zusammenarbeit und des Austauschs bewährter Praktiken zwischen ICCs.

  • Schärfung des Bewusstseins für die Notwendigkeit einer verstärkten Vernetzung unter den intentional Christian communities; Ermöglichung des Austauschs bewährter Praktiken (best practises).
  • Ermöglichung des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen intentional Christian communities zu thematischen Themen. Ermöglichung von Cluster von ICCs, die in der geistlich-pastoralen Sorge , in der sozialen Gerechtigkeit, im Bildungs- und Exerzitienwesen, in der Jugendarbeit und im ökologischen Bereich arbeiten.
  • Aufbau von Netzwerken von Affilierten/Drittordensmitgliedern von Orden und Kongregationen. Da sich eine große Zahl von Orden und Kongregationen im Prozess der “verantwortungsvollen Vollendung” befindet, müssen die diesen Orden und Kongregationen angeschlossenen Laien ihre Positionen überdenken. Gleichzeitig begrüßen einige Orden und Kongregationen eine wachsende Zahl von Laien, die sich mit ihnen verbinden möchten.

2. Die Entwicklung und Umsetzung eines Programms der sozialen (Selbst-)Kommunikation in einem säkularen Umfeld.

  • Entwicklung und Durchführung eines Ausbildungsprogramms im Bereich der sozialen Kommunikation, Identitäts-Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Selbstpositionierung im sozialen Raum.
  • Einrichtung einer Web-Plattform im Dienste einer verbesserten Vernetzung und Zusammenarbeit. Diese Plattform wird auch die Ergebnisse des Projekts “Monastic Pastoral Care” enthalten, das zu einem “lebendigen Archiv” von Informationen über ICCs ausgebaut werden soll.

3. Die Beratung der ICCs bei der Entwicklung langfristiger Politik, einschließlich eines Pilotprojekts zur Erprobung des Konzepts der “spirituellen Familie als Werkzeug für eine wirksame Zukunftsplanung“.

  • Die Entwicklung und Durchführung eines Ausbildungsprogramms zur Entwicklung einer langfristigen Politik. Das Programm soll im Austausch mit KASKI, Nimwegen, entwickelt und durchgeführt werden.
  • Das Konzept der “spirituellen Familie als Werkzeug” steht für einen Perspektivwechsel in der Arbeit an der Zukunft der ICCs: Statt auf die Zukunft einzelner ICCs zu schauen, konzentriert sich die Perspektive auf die Zukunft bestimmter geistlicher Traditionen (Familien) als Ganzes in einem bestimmten Gebiet (Land).

4. Die Verstärkung eines Bewusstseins dafür, dass die Pflege der Spiritualität/des spirituellen Erbes eine gemeinsame Verantwortung der bestehenden Gemeinschaften des geweihten Lebens und der neu entwickelten ICCs ist.

  • Schärfung des Bewusstseins für eine gemeinsame Verantwortung in Bezug auf das spirituelle Erbe; Erleichterung von Austausch und Zusammenarbeit. Es gibt wenig Austausch über das geistliche Erbe zwischen etablierten Orden und Kongregationen und (neuen) ICCs im Allgemeinen, die bei ihrer Suche nach einer geistlichen Identität oft die Präsenz von Zentren gelebter Spiritualität zu vernachlässigen scheinen. Dies soll im Austausch mit dem Erfgoedcentrum Kloosterleven, Sint Agatha, entwickelt und umgesetzt werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Paul Wennekes: pw@paulwennekes.eu